Gespensterwald

Verwischte Bäume im Wald von Warnemünde

Um einem schönen, aber vielleicht etwas langweiligem Wald etwas mehr Faszination zu geben, kann mit kleinen fotografischen Mitteln den „Spookyness“-Faktor etwas erhöhen. Eine Möglichkeit ist das „Verwischen“. Da sich der Wald nicht bewegt, zumindest sollte er das im Normalzustand nicht, gebe ich ihm mit einem kleinen Mitzieher und einer etwas längeren Belichtungszeit, in diesem Fall einer 125stel Sekunde bei Blende 9 die benötigte Dynamik mit, in dem ich die Kamera mit dem Auslösen leicht nach oben ziehe. Etwas Betonung auf das Grüne in der Nachbearbeitung und die Helligkeit etwas überbetonen, fertig ist der kleine Gespensterwald, der übrigens in Warnemünde zu finden ist.

Wintersonnenwende

Heute ist der kürzeste Tag in diesem Jahr und der Winter beginnt. Kalendarisch. Das „draußen“ fühlt sich ja eher nach Frühling an. So als hätten wir den Winter glatt übersprungen. Nicht dass ich was dagegen hätte, aber es gibt nun mal 4 Jahreszeiten. Als Berliner ist man ja immer auf der Hut und traut der Sache nicht. Wohl wissend, dass der schneidende Wind aus Sibirien schon irgendwann hier eintreffen wird. Ob mit oder ohne Schnee ist dann egal, es wird kalt. Lausig kalt. War bisher immer so. Aber jetzt feiern wir erstmal grüne Weihnachten. Statt Würstchen, Kartoffelsalat und Glühwein gibt es Steak vom Grill und kaltes Bier und statt Lichterketten am Weihnachtsbaum, leuchten Lampions und Windlichter im Garten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern meines kleinen Blogs schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Blaue Seestunde

See mit dramatischem Himmel

Ich wollte ja immer schon mal austesten, wie das so mit Langzeitbelichtungen funktioniert. Einen Graufilter habe ich schon länger, es fehlte nur Zeit und Motiv. Bei einem meiner letzten Besuche in Okriftel habe ich dann die Gelegenheit genutzt und mich zur blauen Stunde auf den Weg gemacht. Das 12-50 mm von Olympus auf die OM-D und den Graufilter vorn drauf. ISO runter, Blende zu, lange Belichtungszeit garantiert. Den Selbstauslöser auf 2 Sekunden stellen, so kann sich die Kamera nach dem Drücken des Auslöseknopfes wieder „beruhigen“ und rund 60 Sekunden belichten. Ergebnis ist eine perfekte „Blaue Stunde“ am See in Okriftel.

Entscheidungsfreiheit

Ein "Liebesschloss" an der Zingster Seebrücke

Normalerweise hängen ja die Brücken voll mit Vorhangschlössern auf denen die ewige Liebe prognostiziert wird. Das krasseste Beispiel ist da wohl die Hohenzollernbrücke in Köln, an der tausende dieser Schlösser hängen. Auch in Warnemünde musste man bereits bei der Brückenrenovierung am alten Strom die Schlösser entfernen, da die Konstruktion sehr überlastet war.

Ein neuer und erstaunlicher Trend scheint indessen zu sein, auch seine erfolgreiche Scheidung per Schloss zu demonstrieren und zu besiegeln. Hier gesehen an der Seebrücke auf Zingst, aber auch andernorts bereits gesichtet.

Monotonie

Wellenbrecher in Zingst

Es ist wie es ist,
sagt man sich, doch wagt man nicht,
sich zu fragen wie es wär‘,
einen anderen Blickwinkel zu haben.

Stoisch, Tag ein und Tag aus
lebt man so hin, wo bleibt denn der Sinn
sich nicht zu fragen:
Wo kommt sie her, die Monotonie?

Ist es egal, so ganz egal
wenn irgendetwas anders wär‘?
Was Neues muss her! Was Altes bleibt weg!
Und die Monotonie fällt gänzlich raus.

Carina Dreißig

Lichtmalerei auf Zingst

Der Zingster Bodden als Farbspielerei

Ganz Zingst besteht eigentlich nur noch aus Fotografie. Ob Open-Air Galerie, oder Galerie im Kunsthotel, überall Bilder namhafter Naturfotografen. Aber auch viele Nachwuchstalente stellen aus, insgesamt eine sehr fruchtbare Atmosphäre, die anregt selbst auch Kunst zu generieren.

Mit dem Fahrrad ist man nach rund 20 Kilometern am Zingster Bodden und genießt den Blick über Strandhafer, Salzwiesen, Brackwasser und wenn man die Augen zusammenkneift, sieht es in etwa so aus wie auf meinem Bild.

Um das Abstrakte nun zu simulieren, stelle ich die Kamera auf eine hohe Blende (f22) und bekomme so eine Belichtungszeit die es mir ermöglicht die Kamera zu „ziehen“ (1/40). Nicht vegressen den IS auszuschalten, da er sonst versucht die Bewegung zu eliminieren. Ein paar Versuche braucht es, dann ist die Lichtmalerei im Kasten und passt ausgedruckt wundervoll an die heimische Wand.

Lichter über den Wassern

Nachtaufnahme von Schiffen mit Lichtstrahlen auf der Spree

Bereits zum fünften Mal bewegt sich in diesem Jahr die „Aquarella“ über die Spree durch Berlin. Schon von weitem sieht man die bunten Strahlenfinger der Boote, die – wie Flaklichter auf der Suche nach dem Feind – durch den Nachthimmel tanzen. Zum Abschluss gibt es dann noch ein knalliges Feuerwerk in Friedrichshain. Wer es verpasst hat, kann noch am Wochenende vom 28. auf den 29. August mitfahren, oder das Spektakel vom Ufer aus erleben.

Küstenlinie

Verwischte Küstenlinie von Zingst

Ich wünsche allen Fotobegeisterten – die ab heute ihren „Horizont“ auf Zingst erweitern wollen – schöne Tage und immer eine Handbreit ISO auf dem Sensor. Ich werde ab Montag dreimal in der Nähe vorbeifahren (Kopenhagen-Kiel, Kiel-Helsinki, Stockholm-Warnemünde) und euch von der MS Eurodam aus zuwinken.  Kann aber sein, dass ihr mich gar nicht sehen könnt.

Das Bild aus dem Beitrag entstand am 3. Mai 2013 auf Zingst und zeigt die Küstenlinie mit Gras, Bodden, Strand und Wasser leicht verfremdet. Ich habe dazu die Kamera auf 1/60stel gestellt und während des Auslösens leicht horizontal bewegt. So wirkt der „Horizont“ – farblich etwas verstärkt – wie eine Aquarellzeichnung.

Farbrausch

Rot blühender Baum vor grünen Bäumen

Die letzten 30 Tage des Frühlings sind angebrochen, die knalligen und frischen Farben der aufschießenden Blüten, die uns alle nach dem dunklen Berliner Winter aufblühen lassen, werden durch sattes Grün ersetzt. Endlich wird es warm, auch in die Abendstunden hinein, der Sommer kündigt sich langsam an. Ein paar Temperaturspitzen hatten wir ja schon, aber eher im Süden der Republik, in Berlin ist es noch frisch.

Das Foto zum Artikel ist bereits vor ein paar Wochen im Treptower Park entstanden. Die Farbverstärkung ist dem Szeneprogramm meiner Olympus zu verdanken, vielleicht etwas bonbonfarbig, aber es bringt die Stimmung gut zum Ausdruck. Genießen wir also das letzte Frühlingsdrittel mit seinen Farben.