Wabi Sabi ist für mich ein Blick auf das Unvollkommene.
Auf das, was Zeit trägt, leise ist und nicht perfekt sein will.


Bilder und Geschichten vom Bodensee
Die Sonnenscheibe im Nellenfurtweiher macht ihrem Namen an diesem verschneiten Wintertag alle Ehre. Halb versunken im Eis reflektiert sie die Nachmittagssonne im Uhldinger Wald. Das Kanu sieht etwas ramponiert aus und verschwindet im Schatten der Bäume.

Wie vergänglich manche Dinge sind, zeigte sich in Überlingen im Stadtgraben. Ich hatte gestern noch, bei rund – 3° die Gelegenheit genutzt die riesigen Eisgebilde zu fotografieren, die sich dort an der Wand gebildet hatten. An dieser Wand läuft permanent Wasser herunter – was den Graben im Sommer herrlich runterkühlt – und bildet natürlich bei den aktuellen Minusgraden formidable Eisstrukturen.



Die Kälte hat uns jetzt schon ein paar Tage fest im Griff. Wobei Kälte natürlich relativ ist. Es schwankt hier unten am Bodensee zwischen -3 und -7°. Die Webcam am Weihnachtsmanndorf (YouTube) in Finnland zeigt heute -25°. Das ist kalt! Für mich ist schon alles unter 0° kalt, dann frieren meine Finger. Selbst im Handschuh.

Letztens bin ich über den Begriff „Wabi Sabi“ gestolpert. Wabi-Sabi ist ein japanisches ästhetisches und philosophisches Konzept, das grob gesagt die Schönheit des Unperfekten, Vergänglichen und Unvollständigen feiert. Dabei bedeutet Wabi Schlichtheit, Bescheidenheit, das Unaufgeregte und Sabi Patina, Alter, Spuren der Zeit, das „Gelebte“.
