Wenn man im Frühling oder Sommer einen genaueren Blick auf die Blätter von Ulmen wirft, kann man kleine, gallertartige Strukturen entdecken, die als Blasengallen bezeichnet werden. Diese ungewöhnlichen Wucherungen haben eine interessante Ursache und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem der Ulmen.
Die Gerüchte besagten, dass die Waldrappe in Überlingen inzwischen Nachwuchs bekommen haben. Also fuhr ich gestern kurz am Felsenhorst vorbei, um zu schauen, ob es bereits etwas zu sehen gibt. Es war zwar viel los am Katharinenfelsen, aber zu sehen waren nur die üblichen Verdächtigen. Zoppo, Marcello, Urmel und so weiter. Wie immer dabei am Gefieder rumzuzupfen, oder das Nest zu optimieren.
Familybusiness
Aber ganz links schien ab und an was zu zappeln. Ein grauer Flügel, oder ein kleiner Schnabel. Aber davor steht immer ein Waldrapp, Mama oder Papa würde ich mal vermuten. Langsam wurden mir die Arme schwer vom halten der Kamera mit dem Teleobjektiv. Ab und an kamen andere Besucher vorbei, aber ohne Fernglas oder Tele ist kaum etwas zu erkennen. Ich wollte schon aufgeben, als es dann doch passierte: Das erste Küken der Überlinger Waldrappen präsentierte sich meiner Kamera. Ich konnte mein Glück kaum fassen und hoffte, dass man auf dem Bild auch etwas sehen würde. Auch mit dem Tele ist es noch weit weg. Aber, tataaaa, here it is. Mein erstes Waldrappküken.
Küken mit ElternteilWaldrappnachwuchs
Von den Eltern gefüttert hatte es die Kraft sich erstmalig der Öffentlichkeit zu zeigen. Leider fehlte ein wenig das begeisterte Publikum, so dass ich den Moment ganz für mich hatte. Das kleine, graue Etwas sieht ein wenig aus, wie Phönix aus der Asche, aber anhand der großen Vögel sieht man ja, dass die Schönheit im Laufe der Zeit von selber kommen wird. Mehr war heut nicht drin, ich war happy und am Ende zeigte sich auch am Rechner, dass ich das erste Überlinger Waldrappküken erfolgreich präsentieren kann.
Meine heutigen Impressionen kommen aus Friedrichshafen. Mit dem RE ist man dort von Überlingen aus in einer knappen halben Stunde. Der Zug fährt direkt durch bis zum Hafen, wo man in die bereitliegenden Schiffe der BSB einsteigen kann, die einen bis nach Bregenz bringen würden. Das war aber nicht unser heutiger Plan, das machen wir mal später im Laufe des Jahres. Friedrichshafen lebt fast komplett von und mit dem Zeppelin. Überall finden sich Denkmäler, Statuen oder Gebäude mit den entsprechenden Bezügen.
Wahnsinn, kaum hat Deutschland – fast – den ESC in Schweden gewonnen, es gab mehr als doppelt soviel Punkte für Isaak wie die letzten fünf Jahre zusammen, finden überall Dankesprozessionen statt. Die sogenannten „Schwedenprozessionen“. Zumindest hier in Überlingen. Immerhin hat unser Nachbar gewonnen, die Schwyz. Mit einem sehr schrägen Song. Aber natürlich hat die „Schwedenprozession“ in Überlingen mal gar nichts mit dem ESC zu tun, aber ich finde, es ist ein guter Aufmacher.
Marienstatue
„In der ehemals freien Reichsstadt Überlingen werden alljährlich die beiden „historischen Schwedenprozessionen“ begangen.
Nach gut fünf Monaten war es mal wieder an der Zeit, unserer alten Heimat Berlin einen Besuch abzustatten. Nach neun Stunden Zugfahrt (immerhin einigermaßen pünktlich) erreichen wir am Montag Nachmittag unseren alten Kiez und beziehen unser Hotelzimmer. Haben ja hier keine Wohnung mehr. Nach einer kurzen Spreerunde mit tollem Sonnenuntergang, liegen wir dann im Bett und hören der Stadt zu.
Jedes Jahr an einem Samstag im Frühjahr verwandelt sich der Bereich am Unteruhldinger Hafen in eine Sportarena. Mehr als 1000 Menschen aller Altersklassen messen sich in verschiedenen Läufen, wie dem KidsRun, dem 4er, dem 10er, oder dem Halbmarathon, der die Läuferinnen und Läufer bis hinauf nach Salem führt. Bei herrlichem Sonnenschein, aber nicht zu warmen Temperaturen, war das auch in diesem Jahr wieder der Fall. Optimals Laufwetter.
Am Freitag lockte die Vernissage zu den beiden Ausstellungen „Linzgau“ und „Dschungelwelten“ die Besucher zahlreich in die Ausstellungsräume der städtischen Galerie „Fauler Pelz“ direkt an der Überlinger Uferpromenade. Die gut 90 Fotos zum Thema „Linzgau“ steuerte der Fotoclub Überlingen bei und feiert damit gleichzeitig sein 50-jähriges Jubiläum. Wie Vorstand Johannes Beller in seinen Ausführungen darlegte, sind einige der aktiven Fotografen des Clubs noch aus der Gründerzeit dabei.
Die blaue Stunde bezeichnet die Zeit zwischen noch hell, aber noch nicht ganz dunkel. Aktuell also zwischen halb acht und halb neun. Eine gute Gelegenheit die Kamera auszuführen und zu schauen, was in punkto Bildstabilisierung beim Olympus Flaggschiff möglich ist. Stativ habe ich nämlich nicht dabei, soll ja eher ein wenig spontan sein. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die längste Belichtungszeit aus der Hand, leicht aufgestützt, lag bei 5 Sekunden (Bild der Franziskanerstraße). Kannste nich meckern, wie der Berliner in mir sagen würde.
Am letzten Sonntag konnte ich an einer kleinen erdgeschichtlichen Wanderung teilnehmen, die der „Verein zur Erhaltung der Kulturlandschaft Hödingen e.V.“ organisiert hat. Der Hödinger Berg gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften in Südwestdeutschland. Blumenbunte Obstwiesen mit bis zu zweihundertjährigen, mächtigen Birnbäumen bilden eine reizvolle Kulisse vor dem Bodensee und der Alpenkette im Hintergrund. Vorbei an der Hödinger Linde führte uns der Weg über den Höhenzug zum Schloss Spetzgart, durch den Spetzgarter Tobel hinab ins Tal und wieder hinauf in Richtung Hödingen – vorbei an der Gletschermühle – zum Abschluss bei Kaffee, Nusszopf und netten Gesprächen.
Endlich ist es soweit. Mit dem heutigen Erstanlauf der BS Küstenzauber am Überlinger Landungsplatz gibt es jetzt auch endlich maritime Kreuzfahrten auf dem Bodensee. Die 7 Tage Törns – die immer Sonntags in Konstanz starten – ermöglichen den rund 1600 Passagieren an Bord ein intensives Kennenlernen der Bodenseeregion. Nach Anläufen in Überlingen, Meersburg, Friedrichshafen, Lindau, Bregenz und Romanshorn kehrt die BS Küstenzauber zurück nach Konstanz und startet erneut.