Ehrenmal?

Panzer am Ehrenmal in Berlin

Hinter den Panzern und der riesigen Figur eines sowjetischen Soldaten liegen etwa 2500 in der Schlacht um Berlin gefallene Rotarmisten. Neben Russen auch Ukrainer und Soldaten anderer inzwischen selbstständiger Länder der ehemaligen Sowjetunion. Daher hat das Ehrenmal weiterhin einen Sinn, auch wenn dieser momentan schwer zu verstehen ist.

Die Befreiung aus der Herrschaft der Nationalsozialisten war ein wichtiger Akt und führte letztendlich auch zur Bildung einer europäischen Identität. Umso schlimmer, dass einer der damaligen Akteure – Russland – aktuell ein mörderischen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland führt, um es angeblich zu „entnazifizieren“. Der völkerrechtswidrige Krieg gegen die Ukraine wird aus russischer Sicht mit immer abstruseren Gründen gerechtfertigt. Der Roman 1984 ist in der Realität angekommen. Damit hätte ich in meinem Leben nicht mehr gerechnet.

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Dos Mares

In Tarifa treffen 2 Meere zusammen

Während im fernen Osten ein völlig durchgeknallter Despot sein Nachbarland überfällt um es angeblich von Zombies zu befreien (ähnlich bescheuerte Argumentation wie die „Offizielle“), haben wir am Donnerstag Tarifa einen kurzen Besuch abgestattet. Tarifa ist der südlichste Punkt von Kontinentaleuropa (also ohne Inseln) und Mittelmeer und Atlantik treffen hier aufeinander.

Ein wenig ist es damit auch der Wendepunkt unserer Tour. Wir sind aktuell in Cadiz und fahren am Montag über Sevilla und Cordoba zurück an das Mittelmeer. Dann ist März und der letzte Monat unserer Überwinterung in Spanien beginnt. Morgen sind wir exakt drei Monate on Tour und es kommt uns vor wie ein halbes Leben.

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Køpi weg

Zaun am Gelände der Köpi Wagenburg in Berlin

Hinter dem hohen Zaun, der bis gestern die Wagenburg in der Köpenicker Straße in Berlin schützte, frisst sich der Bagger heute Nachmittag laut knirschend durch die Hinterlassenschaften. Bäume, Reste der Bauwagen, Sperren, alles wird in der Mitte zusammengeschoben, um später abgeräumt zu werden.

Das Camp an der Köpenicker Straße galt als eines der letzten Symbolprojekte der linksautonomen Szene in Berlin. Noch in der Nacht gab es Proteste in Kreuzberg bei denen Polizisten angegriffen und Autos zerstört wurden. Die Räumung des Geländes wurde von rund 2000 Polizisten begleitet, nachdem der Besitzer das gerichtlich erstritten hatte.

In einem Twitterfeed von Kim Winkler wird diesem „Besitzer“ allerdings kein guter Leumund ausgestellt: „Die Køpi samt Wagenplatz gehört einem Geflecht aus Briefkastenfirmen. Hinter den Firmen steht der Investor Siegfried Nehls. Nehls ist gerichtlich kein Unbekannter. Er betrog kleine Handwerksfirmen um Geld. Den Strohmann, der für ihn die Køpi ersteigerte, „vergaß“ er zu bezahlen.“ Das bittere Fazit: „Die Bewohner:innen des Køpi-Platzes verloren ihr zu Hause also für einen dubiosen Spekulanten, der Millionen Steuerschulden hat und kriminell ist.“ Soweit die Anschuldigungen. Der ganze Tweet oben im Link.