Schlangenläufer

Eidechse auf der Insel Mainau

Eidechse kommt von zwei alten Wörtern, die damals „Schlange“ und „Laufen“ hießen. Die Eidechse wurde also Eidechse genannt, weil das ursprüngliche Wort dafür „laufende Schlange“ oder „Schlangenläufer“ bedeutete. Ist doch klar wie Kloßbrühe, oder? Das wissen die unzähligen kleinen Tierchen – die sich am Sonntag in den Steinmauern auf der Insel Mainau sonnten – vermutlich nicht, wahrscheinlich wäre es ihnen auch völlig egal. Als Fotograf freut man sich ja, wenn man eine Eidechse sieht, die nicht nicht sofort in eine Lücke verschwindet, also runter auf die Knie und schnell fotografieren.

Aber was ist das? Noch eine Eidechse, noch eine, ganz viele, da auch noch zwei. Wahnsinn! Ob es jetzt Eidechseriche oder Eidechsen sind, lässt sich vermutlich nur von Paläontologen beantworten, vielleicht sind die kräftigeren und bunteren die Männchen, so wie in der restlichen Tierwelt, aber auch egal. Die Sonne scheint, die Eidechsen und ich genießen das gleichermaßen und die Ersteren sitzen mir fleissig und nicht allzu hektisch Modell.

Innerhalb von fünf Minuten habe ich die ganze Sippe auf Zelluloid gebannt, aber da es noch eine Menge Mauern dort gibt, gibt es sicherlich auch noch mehr Eidechsen. Beim nächsten Mal nehm ich mir etwas mehr Zeit und versuche mit einem kleinen Tele die Tierchen ohne Fluchtreflex noch ein wenig näher abzulichten.

Licht und Wasser: Impressionen vom Bodensee #6

Abendaufnahme von Überlingen über den See nach Wallhausen

Noch ist die Fähren- und Schiffssaison am Bodensee nicht eröffnet, aber eine kleine Fähre pendelt regelmäßig zwischen Überlingen und Wallhausen. Das Titelbild hab ich letztens von der Promenade in Überlingen fotografiert. Noch wird es ja recht früh dunkel, ich muss also nicht so lange warten.

Alpenglühen

Bergketter der Appenzeller Alpen im Abendlicht

Neben einem tollen Blick auf den Bodensee haben wir auch gleich dahinter noch den Fernblick auf die Appenzeller Alpen in der Schweiz. Der rund 60 Kilometer Luftlinie entfernte Säntis ist mit gut 2500 Metern die höchste Erhebung und quasi der Überlinger Hausberg. Die Alpen sind allerdings für uns nicht immer sichtbar. Wir scherzen dann gern, dass wir wohl wieder mal ein paar Räppli einwerfen müssen, damit die Schweiz sie wieder hervorzaubert. An einem der letzten Abende zeigte sich unter einer Schlechtwetterfront ein herrlich rosafarbenes Alpenglühen. Auch mit dem Supertele meiner Kamera gelingt es mir selten ein klares Bild der Berge zu bekommen, da sich in den 60 Kilometern doch eine Menge Dunst und Wasser kondensieren. Aber es geht ja auch eher um die Stimmung.

Licht und Wasser: Impressionen vom Bodensee #5

ICM Foto der Pfahlbauten in Unter-Uhldingen

Bei schönem Wetter gestern einen Ausflug in die nähere Umgebung unternommen. Zum Unesco Weltkulturerbe „Pfahlbauten“ in Unteruhldingen. Zur Zeit kann man es nur von außen besichtigen, die Saison beginnt erst am 1. März. Aber die Fotos vom Ufer geben ja auch was her. Bei der Gelegenheit habe ich die interne ND Filter Funktion der Olympus OM-D E-M1 III getestet. Dabei wird ein simulierter Graufilter „vor“ die Kamera gesetzt, was auch bei Sonnenschein die Belichtungszeit runtersetzt. Damit kann ich mich ein wenig in ICM dem „Intentional Camera Movement“ ausprobieren. Dabei bewegt man die Kamera während sie belichtet. Das Titelbild ist so entstanden. ISO auf LOW, Blende auf 22, ND auf 32 und schon ergibt das eine Belichtungszeit von 3.2 Sekunden. Ohne ICM sehen die Pfahlbauten ganz normal aus.

Ab nächster Woche werde ich mir das auch mal bei Gelegenheit von innen anschauen, dann ist der Öffentlichkeit der Zutritt wieder möglich.

Frühblüher

Krokusse mit Gänseblümchen auf einer Wiese

An diesem grauen und regnerischen Tag am Bodensee wird es Zeit für etwas Farbe. Vorgestern bin ich – mit meiner neuen Olympus bewaffnet – vom Mantelhafen bis zur Überlinger Therme spaziert und hab geschaut, was sich schon aus der Erde traut. Und … das war eine ganze Menge. Im Februar! Der mit durchschnittlich 7 Grad vermutlich der wärmste Februar seit der Wetteraufzeichnung in die Geschichte eingehen wird. Sagt Kachelmann, und der muss es wissen.

Weiterlesen „Frühblüher“

Kreuzweg

Doppelbelichtung einer goldenen Christusfigur und eines Holzstapels

Wer in südlichen Gefilden lebt, dürfte nicht überrascht sein, wenn an Feldwegen plötzlich ein Kreuz mit einer Christusfigur auftaucht. Für uns säkulare Saupreissn ist es aber ungewöhnlich, in Berlin findet man das eher selten. Auf meiner „Runde um Aufkirch“ steht die Figur an der Kurve zur letzten Steigung. Richtig schön golden. Da ich aber ein wenig fotografisch experimentieren möchte, hab ich sowohl die Jesusfigur, als auch einen ordentlich gestapelten Holzhaufen – der kommt später auf der Runde – in Photoshop ineinandergewürfelt und zeige hier das Ergebnis. Man legt dazu in PS zwei Ebenen an, reduziert beim Hintergrund ein wenig die Dichte und probiert dann die verschiedenen Funktionen „Ineinanderkopieren“ aus, bis einem das Ergebnis gefällt. Voilà, c’est ici !

Ohne Moos nix los

Moos wächst auf einem toten Baum

Heute gibt es nur einen kleinen Beitrag und ein Stückchen Natur aus den Wäldern rund um Überlingen. Das Moos unterstützt hier den Zersetzungsprozess von Totholz am Haldenhof. Die Moosblüten stecken dabei ihre Köpfe in die Sonnenstrahlen.

Kurzer Prozess

Hexenverbennung am Ende der Überlinger Fasnet

Gestern Abend wurde in Überlingen die Fasnet zu Grabe getragen. Mit einem Fackelzug machte sich die Trauergemeinde – begleitet von zwei Musikkapellen – vom Renker über die Münsterstraße auf den Weg zur Hofstatt. Dort angekommen gab es ein paar Reden, Schluchzer ob dem Ende der närrischen Tage waren auch dabei, aber dann ging es ans Eingemachte. Die Verbrennung der „Hexe“ stand auf der Tagesordnung.

Weiterlesen „Kurzer Prozess“

Begegnungen

Ruderboot trifft Anglerboot auf dem Bodensee

Noch sind Boote auf dem Bodensee Mangelware. Einsame Fischerboote manchmal, ansonsten hat der private Schiffsverkehr noch Winterpause. Ein paar Fähren fahren, aber das wars dann auch. Gestern nachmittag tauchte dann der Fasnetsachter aus dem Bodenseenebel auf und zog seine Kreise. Auf dem Foto treffen sich dann Achter und Angler vor dem Überlinger Landungsplatz, aus dem Hintergrund beobachtet von zwei Schwänen.

Schmotziger Dunschtig

Hänselenachwuchs am Schmotzigen Dunschtig

Nicht nur, dass man sich hier auf eine komplett andere Art von Fasching oder Karneval einstellen muss – das heißt hier übrigens „Fasnet“ – nein, auch die dazugehörigen Begriffe und Abläufe sind anders als wir sie bisher kannten. Gut, in Berlin lief das quasi komplett an uns vorbei, aber die Zeit in Steinbach war ja etwas Jeckenlastiger. Da gab es zum Beispiel „Weiberfasching“. Das war der Donnerstag als Start der tollen Tage. Hier in Überlingen nennt sich das „Schmotziger Dunschtig“ und wird gekrönt vom Aufstellen des Narrenbaumes auf der Hofstatt. Anschließend ist Party in der Stadt.

Weiterlesen „Schmotziger Dunschtig“