Adler sollen fliegen

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Ulla vor dem Skisprungturm am Osloer Holmenkollen – Foto: h|b

Das war mal die inoffizielle Skispringer-Hymne von PUR gesungen, als die deutschen Skispringer auf der Erfolgswelle schwammen. Von dort oben wo wir heute Mittag standen, ist sicher auch Sven Hannawald vor seinem Burnout gesprungen, oder Martin Schmitt, bevor ihn sein Glück verließ. Aber egal, auf jeden Fall braucht man Mut sich hier herunterzustürzen, auch wenn man es trainiert hat. Gleichzeitig ist hier oben am Holmenkollen in Oslo auch das Schießstadion des Biathlongeländes, wo auch ein paar Nachwuchskräfte trainierten. Schon ganz schön laut, wenn nur einer schießt, wie muss das klingen, wenn 20-30 Biathleten hier ins Stadion kommen, um die schwarzen Scheiben umzuschießen?

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Skulpturen und Stromschnellen

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Yorkshire Soul II von Jaume Plensa – Foto: h|b

Heute morgen bei strahlendem Sonnenschein aufgebrochen und an der Höga Kusten entlang geht es weiter nach Norden auf der E4. Über Örnsköldsvik, vorbei an Kasabacka und Husum (sic!) erreichen wir Umeå. Dort findet sich der Umedalen Skulpturenpark. Bereits bei Google Maps sah man eigentlich von oben nur eine Wohnsiedlung. Aber genau das ist der Witz, man hat die Kunst einfach mitten zwischen die Häuser gesetzt. Auf den ersten Blick ist unklar, ob der alte Sessel auf der Wiese Sperrmüll oder Kunst ist. In diesem Fall war er aus Beton und damit Kunst. Viele weitere Objekte sind kreuz und quer im Gelände verteilt und es macht Spaß einfach herumzuschlendern und „Kunst“ zu entdecken. Direkt neben der Galerie, wo weitere Kunstwerke ausgestellt werden, steht oben auf einem alten Fabrikschornstein ein Pferd, was auch auch noch zur vollen Stunde wiehert. Für uns das Zeichen aufzubrechen.

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Nebel des Grauens

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In der Nacht trommelte der Regen ununterbrochen auf unser Wohnmobildach. Am Morgen war dann alles wolkenverhangen und diesig. So fuhren wir los, wieder auf der 50, in Richtung schwedische Ostküste. Auf den langen Hochebenen riss der Himmel dann auf und es wurde wieder sonnig mit Wolken, ideales Fahrwetter. Heute gibt es auch keine anzufahrende Ziele, wir wollen einfach nur weiter nach Norden. Bei Söderhamn schwenken wir auf die E 4 ein – entlang der Küste – und fahren über Sundsvall zu unserem heutigen Ziel am Ende einer Halbinsel, zu einem Campingplatz in Norrfällsvikens. Der liegt an der „Höga Kusten“ einem Küstenabschnitt, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Bei der Fahrt über die gleichnamige Brücke mit riesiger Spannweite, einen Sund überquerend, hängen die Wolken wieder so tief, dass man zeitweise nicht mal die Spitzen der Brückenpylone sieht. Kurze Zeit später und nach einigem Gekurbel über unbefestigte Sträßchen, über die uns unser Navi sinnlos leitet, checken wir gegen 18 Uhr am CP ein. Im weiten Rund des Campingplatzes herrscht ein gelbliches Zwiellicht und Nebel des Grauens mäandern durch den Föhrenwald und über die See. Wir machen es uns im Wohnmobil bei Wein und Salat gemütlich und holen uns neue Kraft für den morgigen Abschnitt.

Treppenlifter

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Die ersten sieben Schleusen am Eingang zum Gota Kanal – Foto: h|b

Was älteren Menschen erleichtert die Treppen hinaufzukommen, brauchen Schiffe, um Höhenunterschiede zu überwinden, wenn sie einen Fluß oder einen Kanal entlangfahren. Gleich elf an der Zahl, auf einer Strecke von vielleicht 600 Metern, gilt es zu durchschleusen, wenn man vom See Roxen in den Gotakanal möchte, um weiter Richtung Vänern zu fahren. Da braucht es von der Schiffsbesatzung viel Geduld und auch viel Aufmerksamkeit, ist man doch in der Regel nicht allein in der Schleusenkammer. Aus Gründen der Effektivität packen die Schleusenmeister immer gleich ein ganzes Paket, bevor der Auf- oder Abstieg beginnt. Dann heisst es warten. Das Wasser der jeweils oberen Schleusenkammer drückt sprudelnd und mit Macht in die untere Kammer, bis der Niveauausgleich hergestellt ist. Dann öffnet sich das Tor, alle rücken eins vor, das hintere Tor schließt sich und dann beginnt das Spiel von vorne.

Nach so viel Kraftaufwand müssen wir uns anschließend erstmal einen leckeren Kuchen gönnen, den wir uns aus Vadstena mitgebracht haben. So gestärkt brechen wir wieder auf und durchqueren im Laufe des weiteren Nachmittags kilometerweit schwedische Wälder und treffen am Abend etwas kaputt in Falun ein, wo wir auf einem Platz direkt unterhalb von zwei Sprungschanzen stehen. Hier – inzwischen von Südschweden nach Zentralschweden gewechselt – sind wir quasi schon im Wintersportgebiet. Nur gut dass Sommer ist. Morgen geht es weiter zur schwedischen Ostküste auf dem Weg zur finnischen Grenze.